Leitlinien für die Behandlung psychisch erkrankter Geflüchteter – die refuKey-Leitlinientagung 2019 im Überblick

Mit der refuKey-Leitlinientagung, die vom 1.-3. März 2019 in Hannover stattfand, wurde ein erster Schritt unternommen, Leitlinien speziell für Geflüchtete in ambulanten und stationären Behandlungssettings zu entwerfen. Teilgenommen haben die Mitarbeiter*innen des Projekts “refuKey”, das der NTFN e.V. gemeinsam mit der DGPPN seit 2017 durchgeführt. Knapp 25 Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen und Sozialpädagog*innen, die in Kliniken und Psychosozialen Zentren tätig sind, haben sich drei Tage lang über ihre Arbeitspraxis ausgetauscht und erhielten zahlreiche Inputs von Expert*innen. Die Tagung gliederte sich entlang der Themenkomplexe:

 

I: Prinzipien für die Arbeit mit extrem Traumatisierten (Lukas Welz / AMCHA e.V. – Hilfe für Überlebende des Holocaust und ihre Familien)

II:
Asylrechtliche Kontextbedingungen und politische
Dimensionen der Arbeit (Elise Bittenbinder, Jenny Baron / BAfF e.V.)

III: Sprachmittlung im Beratungs- und
Behandlungskontext (Dr. Şebnem Bahadir / Universität Mainz)

IV: Konzepte und Methoden der Behandlung (
Dipl. Psych. Eva van Keuk / PSZ Düsseldorf, Dr. Maria Böttche / Freie Universität Berlin)

V: Interkulturelle Öffnung der Regelversorgung
(PD Dr. Knut Schnell / Asklepios Fachklinikum Göttingen, Prof. Dr. Hans-Jörg Assion / Klinik Dortmund)

 

Wir danken allen Referent*innen und Teilnehmenden an dieser Stelle nochmal herzlich!

In einem nächsten Schritt wird nun die refuKey-Steuerungsgruppe, bestehend aus Dr. med. Gisela Penteker, Karin Loos (beide NTFN) sowie PD Dr. Iris Graef-Calliess und Dr. Ibrahim Özkan (beide DGPPN) die Ergebnisse der Tagung auswerten und entsprechende Leitlinien ausarbeiten. Über den Fortlauf halten wir Sie auf dem Laufenden.

Ziel des refuKey-Projekts ist es u.a., Geflüchteten einen reibungsloseren Aufenthalt in der psychiatrische Regelversorgung zu ermöglichen und diese besser an psychosoziale Angebote anzubinden. Die Leitlinien sollen bei dieser Arbeit unterstützen und darüber hinaus eine Handreichung für Fachkräfte in unterschiedlichen Behandlungssettings bieten. Wir hoffen, die Leitlinien in einer nächsten Projektphase weiter ausarbeiten und in der Praxis umsetzen zu können.