Stoppt den türkischen Krieg in Efrin!

Unter diesem Motto rufen verschiedene Vereine, Organisationen und kurdische Parteien über alle politischen Gegensätze hinweg zu einer Demonstration

am 3.Februar 2018, 15:00-18:00 Uhr auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof in Hannover

auf.

Der vollständige Aufruf zur Demonstration lautet:

“Seit dem 20. Januar 2018 greifen die türkische Armee und die von der türkischen Regierung unterstützen Islamisten die mehrheitlich von Kurden bewohnte Enklave Afrin im Westen Kurdistans/Syrien an. Dieser Krieg verursacht schon jetzt eine humanitäre Katastrophe, zehntausende Menschen sind auf der Flucht und suchen Schutz vor den türkischen Luftangriffen in Berghöhlen und Olivenhainen. Die türkischen Angriffe zerstören gezielt die Infrastruktur, dieser bisher vom syrischen Bürgerkrieg verschonten Region. So werden Treibstofflager gezielt unter Beschuss genommen. Auch der einzige Stausee, der mindestens 300.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt, ist in Gefahr, weil Bomben in unmittelbarer Nähe einschlagen. Seit Beginn des türkischen Angriffs sind wir, die in Deutschland lebenden Menschen aus der Region, sehr besorgt über die Situation unserer Familien und Verwandten und Bekannten in Afrin.

Die Türkei hat vor mehr als 2 Wochen mit einer Boden- und Luftoffensive in Efrin begonnen, dabei arbeitet sie mit syrischen dschihadistischen und extremistischen Gruppierungen zusammen,deren Milizen nun in das Gebiet der Kurden eindringen. Durch den Einsatz der türkischen Luftwaffe sind mehrere Dörfer an der Grenze zerstört worden und viele Zivilisten den Bomben zum Opfer gefallen. Tausende von Kurden sind in die Richtung Großstadt Efrin geflohen und suchen dort Schutz.

Damit führt Präsident Erdogan einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und terrorisiert die Zivilbevölkerung. Dabei benutzt die türkische Armee in Deutschland erworbene Panzer und andere Rüstungsgüter. Selbst die von der Türkei verfolgten YPG-Kämpfer haben niemals die Türkei angegriffen oder bedroht, sie waren es, die in Jahre 2014 die jezidischen Frauen in Shengal vor den Horden des IS gerettet haben. Es ist zu befürchten, dass auch die von deutschen Soldaten bei Aufklärungsflügen der Nato gewonnenen Erkenntnisse Grundlage türkischer Attacken gegen die kurdische Bevölkerung werden. Die Bundesregierung ist mitverantwortlich für das von der Türkei verübte Unrecht! Wir sind enttäuscht vom Schweigen der deutschen Politik und der NATO über die vor aller Augen verübten türkischen Verbrechen.

Die Türkei betreibt mit ihrer Militärattacke Staatsterror, deshalb fordern wir:

In Niedersachsen leben ca. 75.000 Kurdinnen und Kurden, viele dieser Menschen stammen aus der Region Efrin. Die Angriffe in Nordsyrien machen uns große Sorgen, wir haben Angst um die Menschen dort, die uns nahe stehen. Unter dem Motto „Stoppt den türkischen Krieg in Efrin“ und „no fly zone in Efrin“ versammeln sich viele Bürger aus Niedersachsen zum friedlichen Protest gegen die türkische Aggression in Efrin. Zu dieser Demonstration rufen verschiedene Vereine, Organisationen und kurdische Parteien über alle politischen Gegensätze hinweg auf.”