Aktuelles

Internationaler Tag zur Unterstützung der Folteropfer: Die UN-Antifolterkonvention darf von der Bundesregierung nicht verletzt werden

Donnerstag den 30.06.2016

Anlässlich des „Internationalen Tages zur Unterstützung der Folteropfer“ am 26. Juni 2016 fordern die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V.) und die Frankfurter Hilfs- und
Menschenrechtsorganisation medico international die Bundesregierung auf, die Verpflichtungen einzuhalten, die sich aus der UN-Antifolterkonvention von 1987 ergeben. Menschen, die Opfer von Folter, Gewalt und Verfolgung geworden sind, müssen geschützt werden und die nötigen Hilfen erhalten. Es ist ihnen eine „so vollständige Rehabilitation wie möglich“ zu ermöglichen.

Mit der Unterzeichnung der UN-Antifolterkonvention hat sich Deutschland dazu verpflichtet, Folteropfer zu schützen und bestimmte Leistungen für diese zu gewährleisten – diese Verpflichtungen werden aber nur unzureichend umgesetzt. Demnach müssen jedem Opfer von Folter medizinische, psychologische, rechtliche und soziale Leistungen bereitgestellt werden, um eine so vollständige Rehabilitation wie möglich zu gewährleisten. Zudem dürfen Menschen keinesfalls in ein Land abgeschoben oder zurückgeführt werden, in dem sie Gefahr laufen, gefoltert zu werden. Deutschland muss hier Sorge dafür tragen, dass gerade Menschen, die Gewalt, Verfolgung und eine lebensbedrohliche Zeit der Flucht erlebt haben, die Möglichkeit erhalten, Sicherheit und Stabilität in ihr Leben zu bringen.

Die deutsche Politik untergräbt diese Prinzipien, indem sie die Leistungen etwa durch das Asylbewerberleistungsgesetz deutlich begrenzt. Die Bundesregierung kann keine flächendeckende psychosoziale Versorgung von traumatisierten Flüchtlingen und Folteropfern gewährleisten, kritisieren BAfF und medico international.

Mehr noch: Das geplante Integrationsgesetz der Bundesregierung unterstellt Geflüchteten einen generellen Integrationsunwillen. Insgesamt stehen die Regelungen der Chance entgegen, dass Flüchtlinge, die Gewalt, Verfolgung und Folter erlebt haben, möglichst schnell eine sichere Perspektive und Möglichkeiten zur Inklusion in gesellschaftliches Leben erhalten.

Die BAfF e.V. und medico International fordern die Bundesregierung auf die UN-Antifolterkonvention vollumfänglich umzusetzen. Geflüchtete und Überlebende von Folter und Verfolgung müssen geschützt und es muss ihnen die Möglichkeit gegeben werden, Sicherheit und Unterstützung zu erhalten. Die Regierung muss dazu beitragen, dass die Gesellschaft auch die nötigen Bedingungen und den Raum für eine tatsächliche Integration schafft.


Starke Zeichen für Gleichberechtigung

Donnerstag den 16.06.2016

Mehr als 180 Kommunen, Verbände und Landesministerien unterstützen inzwischen die gemeinsame Erklärung für Gleichstellung.

Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Cornelia Rundt, in diesem Jahr auch Vorsitzende der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen- und -ministerkonferenz (GFMK), hatte zum diesjährigen Internationalen Frauentag die „Hannoversche Erklärung“ initiiert. Bis heute haben mehr als 180 niedersächsische Kommunen und Verbände die Erklärung unterzeichnet. Anlässlich der heutigen Hauptkonferenz der GFMK in Hannover haben außerdem die Mecklenburg-Vorpommersche Gleichstellungsministerin Birgit Hesse, der Bremer Gleichstellungsstaatsrat Jan Fries sowie die Brandenburgische Gleichstellungsministerin Diana Golze die Erklärung unterzeichnet. Darin heißt es unmissverständlich unter anderem: ‚Jede Frau hat das Recht und die Freiheit, nach ihrem eigenen Rollenverständnis zu leben. Eine Unterdrückung von Frauen wird nicht toleriert.‘

„Es ist ein starkes Zeichen, dass die Hannoversche Erklärung so viele Unterstützerinnen und Unterstützer findet, auch über die Landesgrenzen Niedersachsens hinaus“, sagt Ministerin Cornelia Rundt: „Denn trotz aller rechtlicher Gleichstellung von Frauen und Männern gibt es nach wie vor strukturelle Benachteiligungen wie Lohnungleichheiten zulasten der Frauen.“

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern wollen sich überall und mit aller Kraft dafür einsetzen, die Gleichberechtigung für alle Frauen und Männer in der Gesellschaft auf allen Ebenen, beispielsweise bei der Entgeltungleichheit, auch faktisch weiter voranzubringen. Diskriminierungen von Frauen im alltäglichen Leben lassen sich durch Gesetze allein nicht verhindern; hier ist ein Hinschauen und Handeln eines jeden Einzelnen gefragt. Dies gilt auch für die gleichberechtigte Teilhabe zugewanderter Mädchen und Frauen in allen Lebensbereichen. Denn viele der Menschen, die in den vergangenen Monaten nach Deutschland gekommen sind, sind aus Herkunftsstaaten eingereist, in denen eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in der Gesellschaft nicht festgeschrieben ist oder gelebt wird. „Wir wollen Männer und Frauen aus anderen Kulturkreisen darin bestärken, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu leben“, so Ministerin Rundt. Für die Ministerin steht nicht zuletzt durch die große Unterstützung der Erklärung fest: „Auch in Zeiten sich verändernder Gesellschaftsstrukturen stellen wir das hart erkämpfte Gut der Gleichstellung auf keinen Fall zur Debatte.”

Die Namen der Unterzeichnenden sowie der Erklärungstext selbst sind unter www.ms.niedersachsen.de einsehbar.


11. After Work-Gespräch am 23. Juni 2016

Samstag den 11.06.2016

AFTER WORK – GESPRÄCH – DONNERSTAG 23.6.2016, 18.00-20.00 im psychosozialen Zentrum des Netzwerkes für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V., Marienstraße 28, 30171 Hannover.

Wir bieten in dieser Reihe Gespräche zu Herkunftsländern von Flüchtlingen an.
Am 23.6.2016 laden wir zum 11. After Work-Gespräch ein mit dem Thema:

No Border Kitchens – Die Versorgungssituation von Flüchtlingen in Idomeni und auf der Insel Lesbos

Herr Sören Waack und eine Mitstreiterin von Grenzenlos Kochen Hannover sind unsere Referenten.

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend. Es gibt Getränke und Brot.
Eine Anmeldung per Email (m.kretzschmar@ntfn.de) erleichtert uns die Planung.


Fortbildung für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit zu “Trauma”

Samstag den 11.06.2016
Uns erreichen viele Anfragen von Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit mit Fragen zu Traumatisierung – wie man diese erkennt, wann professionelle Hilfe sinnvoll ist, und wo man sie bekommt.
Deshalb bieten wir mit Unterstützung der Region Hannover eine Fortbildung für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit zu “Trauma” am Samstag, dem 25. Juni, 11.00-16.00, im Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, Hannover an.
Es gibt Vorträge und Workhops zu Traumatisierung, Therapievermittlung, Aufenthaltsrecht und medizinischer Versorgung sowie zu Supervision und Selbstfürsorge. Das Programm finden Sie hier. Gerne nehmen wir auch Ihre Anmeldung entgegen.

Gesprächsführung zu Dritt

Donnerstag den 19.05.2016

Psychologische und psychiatrische Behandlung mit Unterstützung von Dolmetschenden – Workshop für Behandelnde und Dolmetschende

Wann: Freitag, 10.06.2016, 14.00-18.00

Wo: Leinerstift Akademie – Staugraben 1a – 26122 Oldenburg

Wenn Flüchtlinge nach Deutschland kommen haben sie meist eine lange Fluchtgeschichte. Ereignisse in ihrem Heimatland und auf der Flucht können traumatisierend gewesen sein.Ihr Aufenthalt in Deutschland ist meist unsicher, die Sprache des Aufnahmelandes unbekannt, die Bearbeitung der Asylanträge benötigt Zeit. Eine Zeit, in der viele Menschen nicht wissen, wie ihr Leben weiter geht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Flüchtlinge mit Ängsten und Trauer, Schlafstörungen und anderen psychischen Beschwerden leben. Neu in einem fremden Land kann es schwer fallen, ein anderes Gesundheitssystem und Abläufe zu verstehen oder überhaupt zu kommunizieren, wenn man Beschwerden hat. Der Workshop soll sowohl Behandelnde als auch Dolmetschende gemeinsam auf die „etwas andere“ Therapiesituation vorbereiten. Ziel ist es, Vokabular, Setting und Regeln der Therapie zu Dritt vertrauter zu machen, um als Team gut zu funktionieren. Behandelnde sollen zudem mehr Einblick in kulturell unterschiedliche Sprachgegebenheiten bekommen. Gemeinsam sollen Behandelnde und Dolmetschende auch die Möglichkeit haben, die Therapiesituation zu Dritt auszuprobieren und zu üben.

Die Veranstaltung ist von der PKN akkreditiert (6 Fortbildungspunkte). Teilnahmegebühr: 30,00 Euro (Ermäßigung nach Rücksprache: Euro 15,00)

Anmeldung über: m.kretzschmar@ntfn.de

Wir freuen uns auf einen informativenund lebhaften Austausch mit Ihnen!

Frau Frauke Baller Psych. Psychotherapeutin Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V./NTFN

Frau Brankica Ott Dolmetscherin im Sozial- und Gesundheitswesen

Veranstalter: NTFN – Marienstraße 28 – 30171 Hannover – 0511/85644524 – www.ntfn.de (Kontoverbindung: NTFN e.V.- Sparkasse Hildesheim IBAN: DE60 2595 0130 0034 4899 98)