Einweihungsfeier Psychosoziales Zentrum 3.9.14

Wir waren überwältigt von der Resonanz auf unsere Einladung zur Einweihung des Psychosozialen Zentrums und sehen uns darin in unserer Arbeit gestärkt.

Nach der Eröffnung durch die Vorstandsvorsitzende Frau Susanne Schröder und der Rede unserer Schirmherrin gab es zahlreiche Grußworte und Glückwünsche.

 Auschnitte aus der Rede der Schirmherrin des NTFN e.V. Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Cornelia Rundt:
…es gehört zu den zentralen Zielen der Landesregierung, die Lebenssituation von Flüchtlingen und Asylbewerberinnen und Asylbewerbern zu verbessern…
Wir erkennen an, dass der Schritt in die medizinische Regelversorgung für viele Flüchtlinge aufgrund ihrer Erfahrungen, ihrer besonderen Belastungen, möglicher Verständigungsprobleme und vielleicht auch teilweise aufgrund ihres Misstrauens gegenüber staatlichen Organen, mit denen sie möglicherweise sehr schlechte Erfahrungen in ihrem Heimatland gemacht haben, schlicht zu groß ist.
Es ist notwendig, hier “Brücken” zu bauen.
….Hinzukommt, dass jede Kultur ihre spezifischen Kommunikations- und Reaktionsweisen ausgeprägt hat.
Das “Krankenverständnis” unterscheidet sich z.B. ganz erheblich.
…Es ist daher für die betroffenen Menschen von besonderer Bedeutung, hier zukünftig auf Beraterinnen und Berater sowie  auf Therapeutinnen und Therapeuten oder Ärztinnen und Ärzte zu treffen, die über interkulturelle Kompetenz verfügen.
…Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer bedarfsgerechten, kultursensiblen Gesundheitsversorgung traumatisierter Flüchtlinge!….

Sigrun Krüger, Saxophon


Ansgar Focke, CDU, als stellvertretender Vorsitzender überbrachte die Glückwünsche der  Kommission für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen und freute sich über die zukünftige Zusammenarbeit in diesen Gremien. 

Auch verschiedene andere Kommissionsmitglieder z.B. Frau Eilers, FDP, Herr Pantazis, SPD und Herr Bankole, Afrikarat-Nord e.V., waren da

Ottmar von Holtz, Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 Ottmar von Holtz, der die herzlichen Grüße der migrationspolitischen Sprecherin der grünen Landtagsfraktion Filiz Polat überbrachte, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass die Arbeit eines professionellen Netzwerkes für traumatisierte Flüchtlinge auch für die vielen Ehrenamtlichen notwendig ist, die sich in Niedersachsen in den Gemeinden für Flüchtlinge engagieren. Gerade die Begleitung von traumatisierten Flüchtlingen und die Konfrontation mit den belastenden Lebensschicksalen erfordert eine kompetente Unterstützung durch Fachleute.

 

Detlef Schütte, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, hier mit Susanne Schröder, Vorstandsvorsitzende NTFN e.V.

                      Herr Schütte, Referatsleiter beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge überbrachte die Grüße des Präsidenten des Bundesamtes Dr. Manfred Schmidt. Er machte deutlich, dass gerade in Zeiten steigender Flüchtlingszahlen und wachsenden zeitlichen Druckes auf die Entscheider Angebote wie die des NTFN sehr wichtig sind, um auch darauf zu achten, dass nicht Menschen durch das Raster fallen, die besondere Hilfe benötigen. Eine personelle Aufstockung sei in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen genaus so notwendig, wie beim Bundesamt. Zwar sei man nicht immer einer Meinung, aber es habe sich eine gute kooperative Zusammenarbeit entwickelt, die man gerne weiterführen wolle.  

Erwin Jordan, Dezernent für soziale Infrastruktur Region Hannover

Erwin Jordan, Dezernent für soziale Infrastruktur Region Hannover freut sich über das neue Angebot in der Region Hannover, betont aber die Wichtigkeit des dezentralen Ansatzes des NTFN, weil in Flächenländern wie Niedersachsen gerade die Flüchtlinge im ländlichen Raum Unterstützung brauchen.

Jörn-Erik Gutheil, Vorstand UNO Flüchtlingshilfe e.V.

Auszüge aus dem Grußwort von Herrn Jörn-Erik Gutheil:
…Eigentlich belbt es aber problematisch, dass für Ihre hilfreiche Arbeit Spendengelder eingesetzt werden müssen….Die BRD gehört zu den Ländern der Welt,die einen hohen Lebensstandard haben. Da könnte man erwarten, dass die Hilfen für Flüchtlinge vollständig vom Staat und den Trägern der Gesundheitshilfe übernommen würden….
Die Traumabehandlung von Flüchtlingen ist eine notwendige Gesundheitshilfe. Die EU Richtlinie 2013/33/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen, legt den Mitgliedsstaaten nahe, dass Personen, die Gewlat erlitten haben, eine adäquate medizhinische und psychologische Behandlung erhalten (Art. 25) 
…Nach meiner Beobachtung wird sich Ihre Netzwerkarbeit in einem so ausgedehnten Flächenstaat angesichts der weltpolitischen Lage zukünftig noch schwierigeren Herausforderungen gegenüber sehen, wenn es nicht gelingt, deutlich höhere staatliche Mittel dauerhaft einzuwerbenl Deshalb bin ich sicher, dass nicht nur wir als UNO Flüchtlingshilfe e.V., sondern auch die heute zur Eröffnungsfeier anwesenden VertreterInnen des Bundes wie des Landes Niedersachsen die Erkenntnis mitnehmen werden, Ihre Arbeit verstärkt und nachhaltig zu unterstützen.

Dr.med.Cornelia Oestereich, Klinikleitung stationäre Regelversorgung, Chefärztin der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie KRH Wunstorf

Frau Dr. med. Cornelia Oestereich, die Chefärztin der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie KRH Wunstorf, die bereits von Anfang an das NTFN auf Fortbildungen unterstützt hat, berichtete in Ihrem Grußwort über Ihre Erfahrungen als systemische Therapeutin mit traumatisierten Flüchtlinge. Sie hob hervor, dass Flüchtlinge niemals „alleine“ in Deutschland ankommen, sondern immer auch eine Familie mitbringen, und sei es nur in Bildern. Als Begrüßungsgeschenk überreichte sie dem NTFN ein Familienbrett, was sie selbst häufig in der Therapie mit Flüchtlingen verwende, um zum Beispiel positive Erinnerungen an die Familie zu festigen. Frau Dr. med. Cornelia Oestereich ist neues Mitglied des Beirats des NTFN.


     

Prof. Dr.med. Jochen Zenker, Vorstand BafF (Bundesarbeitsgemeinschaft der Behandlungszentren für Flüchtlinge und Folteropfer), Gründungsmitglied von Refugio Bremen, eines der ersten Psychosozialen Zentren in Deutschland – hier mit Ingrid Koop, Refugio Bremen

Prof. Dr. Heinz-Jochen Zenker, Gründungsmitglied eines der ersten Behandlungszentren in Deutschland (refugio Bremen, das dieses Jahr sein 25 jähriges Bestehen feiert) und Mitglied im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer freut sich, dass sich das hartnäckige, 10 Jahre währende, Bemühen um ein Zentrum in Niedersachsen gelohnt hat. Die 24 Zentren, die es derzeit bundesweit gibt, können kein bedarfdeckendes Angebot für die Vielzahl geflüchteter Menschen und Folterüberlebender, die Unterstützung brauchen, darstellen. Zur Erfüllung der rechtlichen Verpflichtung der EU-Aufnahmerichtlinie ist daher ein Ausbau und vor allem eine gesicherte und verlässlich geregelte Finanzierung unverzichtbar. 

Gertrud Corman-Bergau, Vorsitzende der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen, Beirat NTFN e.V.

 

Frau Corman-Bergau, die Vorsitzende der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen und Mitglied im Beirat des NTFN ist, machte deutlich, dass Sprache kein unüberwindbares Hindernis ist und sagte wenn Vertrauen Menschen verbinde, die Sprache an Stellenwert verliere.

Außerdem erläuterte sie, dass Neugierde, die Menschen, die mit Flüchtlingen arbeiten, verbinde und dass diese Arbeit sehr erfüllend sein kann. Zum Schluss wies sie darauf hin, dass das NTFN jederzeit auf Spenden für Dolmetscher und Fahrtkosten angewiesen ist.

Rundfunkbeiträge des NDR
 NORDDEUTSCHEN RUNDFUNK, NDR 1 Niedersachsen

Kurzbericht Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge (Umzug des NTFN)
Von: Grete Harnitz
Gesendet am 02.09.2014 auf NDR! NIEDERSACHSEN HIER

Bericht zum NTFN (Statement/Interview mit Frau Karin Loos vom NTFN), gesendet in „Hellwach“ am 03.09.2014 auf
NDR 1 Niedersachsen HIER

 

Musik: Anna Rogozia und Yorio Da Costa

   

                                                                                        Thomas Müßel, Vorstand
                                                                                         NTFN (re) 
 

Ein Dankeschön für alle Glückwünsche und Geschenke!
   

von NTFN Vorstand und Team