Aktuelles

Pressemitteilung vom 11.7.18: Immer mehr Flüchtlinge in Niedersachsen suchen die Hilfe von Therapeut/innen

Freitag den 13.07.2018

Das zeigt die Halbjahresbilanz, die das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN e.V.) diese Woche vorgestellt hat. Um insbesondere Kinder und Jugendliche besser zu unterstützen, wurden die Kindersprechstunden ausgebaut. Der neuen Schirmherrin des Vereins, der Niedersächsischen Sozialministerin Dr. Carola Reimann (SPD), wurden am Mittwoch die Ergebnisse vorgestellt.

Landesweit kümmert sich der NTFN e.V., um die seelische Gesundheit von Menschen, die aus ihrem Heimatland flüchten müssen. Bei einem Besuch der Sozialministerin im Psychosozialen Zentrum Hannover, dem größten Behandlungszentrum des Vereins, wurden ihr die jüngsten Zahlen überreicht. Mit 628 Personen allein im ersten Halbjahr ist für 2018 ein Betreuungszuwachs von 14% zu erwarten. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Zahlen kontinuierlich gestiegen.

„Das vom Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen gegründete Psychosoziale Zentrum bietet Diagnostik, Krisenintervention, psychosoziale Beratung, Psychotherapie und Therapie-vermittlung an. Das strukturierte und regional ausgerichtete Angebot für traumatisierte Flüchtlinge ist ein wichtiger Integrationsbaustein, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche“, erklärt Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann, die zugleich Schirmfrau des Netzwerkes ist.

Trotz sinkender Zugangszahlen von Flüchtlingen nach Deutschland geht der NTFN e.V. davon aus, dass die Nachfrage nach Behandlung zunächst weiter steigen wird. „Nicht alle können sofort über das Erlebte sprechen. Manche schaffen das erst nach Jahren“, so die Geschäftsführerin des NTFN e.V., Karin Loos, „Andere hoffen, es werde von allein besser, und wachen doch jede Nacht schreiend auf.“ Mit Sozialministerin Dr. Reimann sprach sie auch über die vielfältigen Hürden für Flüchtlinge im Gesundheitssystem, etwa die Finanzierung von DolmetscherInnen und Psychotherapien.

Um die vielen minderjährigen PatientInnen besser zu versorgen, findet seit einem halben Jahr eine erweiterte Kindersprechstunde im Psychosozialen Zentrum Hannover statt. Hier können Beratungsgespräche für Kinder und Jugendliche vereinbart werden, bei Bedarf mit Unterstützung von Dolmetscher/innen. Die Therapeut/innen arbeiten teils ehrenamtlich, teils auf Honorarbasis. Die Sprechstunde wird vom Kinderschutzzentrum Hannover unterstützt.

Häufig werden die jungen KlientInnen von den Schulen sowie den Kinder- und Jugendeinrichtungen weitergeleitet. Dort ist man über die Unterstützung durch das NTFN froh. „Nach dem ersten Kind fragen sie häufig, ob sie noch mehr vorbeischicken dürfen“, so Katrin Gliemann, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin im Psychosozialen Zentrum Hannover. Für pädagogische Kräfte ist zudem ein Flüchtlingskindertelefon eingerichtet, das bei Fragen zum Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen hilft.

Die Arbeit des NTFN wird neben Spenden, Bundes- und EU-Mittel insbesondere durch das Sozialministerium gefördert.

Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte a.wuehle@ntfn.de.


Wird die EU-Aufnahmerichtlinie in Niedersachsen umgesetzt? Präsentation der Evaluationsergebnisse in Hannover

Donnerstag den 21.06.2018

Im Beisein von Jens Grote, Präsident der Landesaufnahmebehörde, hat unsere Mitarbeiterin Jenny Thomsen die Ergebnisse ihrer Evaluation vorgestellt. Dabei ging es um die Umsetzung der EU-Aufnahmerichtlinie 2013/33/EU in Niedersachsen. Diese sieht u.a. vor, dass Flüchtlinge mit besonderer Schutzbedürftigkeit – also auch traumatisierte und psychisch erkrankte Menschen – frühzeitig als solche erkannt werden und die entsprechende Unterstützung erfahren. Mit dem wegweisenden “Friedländer Modell”, das eine enge Zusammenarbeit zwischen Landesaufnahmebehörden, Sozialdiensten, psychiatrischen Kliniken und dem NTFN vorsieht, wurden entsprechende Schritte gegangen. Ähnliche Modelle wurden in Braunschweig und Bramsche umgesetzt.

Diese Zusammenarbeit hat Frau Thomsen in den letzten zwei Jahren evaluiert. Zur Präsentation der Evaluationsergebnisse am 18. Mai 2018 im Haus der Jugend Hannover waren Vertreter/innen aller evaluierten Standorte geladen. Frau Thomsen dankte ihnen für die Bereitschaft, ihre Arbeit von einer externen Person evaluieren zu lassen: “Das ist keine Selbstverständlichkeit!”

Jenny Thomsen, Evaluationsbeauftragte

Jenny Thomsen, Evaluationsbeauftragte

Zu beginn richtete Karin Loos, Geschäftsführerin des NTFN e.V., einige Worte an das etwa dreißig Personen umfassende Fachpublikum. Sie stellte u.a. die neuen NTFN-Mitarbeiter/innen an den LAB Standorten vor und bedankte sich bei Frau Thomsen, dass Sie sich an die wechselnden Bedingungen in den letzten Jahren angepasst und ihr Evaluationskonzept kontinuierlich weiterentwickelt hat.

Karin Loos, Geschäftsführerin des NTFN e.V.

Karin Loos, Geschäftsführerin des NTFN e.V.

Anschließend präsentierte Jenny Thomsen ihre Ergebnisse. Sie stellte fest, dass das Modell zur Früherkennung die Anforderung der EU-Aufnahmerichtlinie erfüllt. Die MitarbeiterInnen der beteiligten Dienststellen kennen und verstehen ihre Aufgaben zur Früherkennung. Das Klientel wird durch den Sozialdienst gut erreicht und das Modell schließt auch die Gesundheitsdienste, die fachliche Diagnostik und die Weiterleitung in die Versorgung durch das NTFN ein. Dennoch besteht in der Umsetzung noch Optimierungsbedarf, um die EU-Aufnahmerichtlinie tatsächlich zu erfüllen. Beispielsweise ist die Anzahl der Fälle, die nach ihren diagnostischen Gesprächen tatsächlich eine Behandlung beginnen können, an allen Standorten niedrig. Daher wurden auf Basis der strukturierten Interviews Optimierungsmöglichkeiten identifiziert, aus denen Frau Thomsen Handlungsempfehlungen entwickelt hat. Diese sollte als Hilfe betrachtet werden, um die Ergebnisse der Evaluation umsetzen zu können. Nach ihrer Präsentation übergab Frau Thomsen den anwesenden Standortmitarbeiter/innen den Evaluationsbericht, der auch jene Handlungsempfehlungen enthält.

 

Flussdiagramm

Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten im sogenannten “Friedländer Modell”

In seinen Abschlussworten zeigte sich Jens Grote, Präsident der Landesaufnahmebehörde, gesprächsbereit und offen, mit den Handlungsempfehlungen zu arbeiten.

Jens Grote, Präsident der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen

Jens Grote, Präsident der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen

Den Evaluationsbericht können Sie unter j.thomsen@ntfn.de bestellen. Die Evaluation ist Teil des durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU (AMIF) geförderten Projekts “Ist Gesundheit teilbar!?” – Kapazität, Struktur und Qualität (KaSQu), koordiniert durch den BAfF e.V.


BAfF: Stellungnahme zu Ankerzentren

Mittwoch den 20.06.2018

Noch immer gibt es keine genauen Pläne, wie die von der Bundesregierung geplanten Ankerzentren aussehen werden – zu groß scheint die Uneinigkeit von Bundesinnenminister Seehofer und Bundeskanzlerin Merkel. Doch alles, was bisher über die geplanten Zentren bekannt ist, lässt für die Geflüchteten, die dort untergebracht werden sollen, nichts Gutes hoffen.

Die BAfF hat zu den geplanten Ankerzentren und den Auswirkungen von Abschottung und Ausgrenzung auf Geflüchtete, Traumatisierte und die Gesellschaft eine neue Stellungnahme verfasst. Diese finden Sie hier sowie auf der Homepage der BAfF unter http://www.baff-zentren.org/news/baff-stellungnahme-ankerzentren/.


Zum Weltflüchtlingstag: “Leuchtquallen” von Armin Wühle

Mittwoch den 20.06.2018

beach-daylight-motion-355328_mediumDem Weltflüchtlingstag, der heute begangen wird, wollen wir dieses Jahr literarisch begegnen. Die Kurzgeschichte “Leuchtquallen” unseres Mitarbeiters Armin Wühle erinnert daran, in welch absurdem Kontrast die Schicksale von Menschen stehen können. Das Leid an den europäischen Außengrenzen ist auch zwei Jahre nach der medialen Aufmerksamkeit nicht gelindert – noch immer treibt es Familien in Schlauchbooten aufs hohe Meer – und noch immer geht es uns scheinbar nichts an. “Leuchtquallen” ist erschienen im Allitera Verlag München in der Anthologie “25. open mike. Wettbewerb für Junge Literatur. Die 20 Finaltexte”, herausgegeben von der Literaturwerkstatt Berlin.


Unsere Datenschutzregeln

Montag den 28.05.2018

Mit Inkrafttreten der DSGVO haben wir auch unsere Datenschutzregeln neu gestaltet. Wir präsentieren sie hier in komprimierter Form:

Datenschutzregeln NTFN

1. Einladungen zu Veranstaltungen und Schulungen

Wenn Sie bisher oder seit Neuem nicht mehr die Einladungen zu unseren Veranstaltungen, Schulungen und Fachtagen erhalten und gerne in unseren Verteiler aufgenommen werden möchten, dann senden Sie bitte ein E-Mail an d.ajnass@ntfn.de Unter dieser E-Mailadresse können Sie sich auch jederzeit aus unserem Verteiler löschen lassen.

2. Bildrechte

Da wir auf öffentliche Gelder und Spenden angewiesen sind, müssen und wollen wir unsere Arbeit gut dokumentieren. Dazu wird auch auf Veranstaltungen fotografiert und diese Fotos werden ggf. auch auf unserer Homepage zu sehen sein. Tragen Sie bitte in die dafür vorgesehene Rubrik der Teilnahmelisten der Veranstaltungen ein, ob Sie damit einverstanden sind oder sprechen Sie uns an oder senden Sie eine Mail an datenschutz@ntfn.de, wenn Sie Ihre Einwilligung ändern möchten. Bitte machen Sie das auch wenn Sie Daten oder Fotos von sich gelöscht haben möchten. Wir werden dies dann umgehend veranlassen.

3. Persönliche Angaben

Kern unseres Dienstleistungsangebotes sind die psycho-sozialen Zentren an verschiedenen Standorten und mit verschiedenen Kooperationspartnern. Für die Unterstützung Ihrer Anliegen ist es unerlässlich, dass wir Daten aufnehmen und speichern. Dabei erheben wir nur die Daten, die erforderlich sind, um Sie bzw. die von Ihnen begleiteten Personen best möglichst in ihren Anliegen, soweit es unsere Zuständigkeit betrifft, zu unterstützen und speichern sie nur so lange wie nötig. Sie können jederzeit Akteneinsicht in Ihre persönlichen Unterlagen erhalten. Wenn Sie Fragen zur Aufnahme und Speicherung ihrer Daten haben, wenden Sie sich bitte an datenschutz@ntfn.de

Wir versichern, dass wir nicht mehr Daten als nötig und nicht länger als notwendig aufbewahren werden.

4. Kommunikation per E-Mail

Da es im Kontext unserer Arbeit oftmals notwendig ist, qualifizierte Entscheidungen schnellstmöglich treffen zu können und Unterstützung ad hoc gewähren zu können, sind wir immer wieder auf schnellstmögliche Kommunikationswege angewiesen. Dazu gehört der E-Mailverkehr.

Wir möchten daher auch weiterhin in Ihrem Interesse oder im Interesse, der von Ihnen unterstützen Personen, per E-Mail Informationen austauschen können, wenn dies notwendig ist. Dazu haben wir eine entsprechende Erklärung vorbereitet. Auch hier können Sie jederzeit widerrufen. Bitte senden Sie auch in diesem Fall eine E-Mail an datenschutz@ntfn.de oder schreiben Sie uns an

Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V.

– Datenschutz-

Marienstraße 28

30171 Hannover


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