Es ist reine Glückssache, ob ein traumatisierter Flüchtling bei uns die Hilfe bekommt, die er braucht. Das wollen wir ändern.

Im Jahr 2012 sind die Asylantragszahlen deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Diese Entwicklung hält auch in 2013 an. Insgesamt wurden 2012 in Deutschland 64 539 Asylerstanträge gestellt, davon kamen nach Königsteiner Schlüssel etwa 6ooo Asylsuchende nach Niedersachsen.

Insbesondere aus den Herkunftsländern Afghanistan, Syrien und Iran gehen wir erfahrungsgemäß von einem hohen Anteil an traumatisierten Flüchtlingen aus. Aber auch aus Ländern wie Ruanda oder der Elfenbeinküste kommen Flüchtlinge mit traumatischen Erfahrungen und Traumafolgestörungen zu uns. In Niedersachsen gibt es auch weiterhin im Gegensatz zu fast allen anderen Bundesländern kein spezialisiertes Behandlungszentrum für Flüchtlinge, Folter- und Gewaltopfer. Das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge konnte hier vor allem Dank der Unterstützung durch den Europäischen Flüchtlingsfonds und die UNO-Flüchtlingshilfe, sowie vieler engagierter Ärzt/innen und Psychotherapeut/innen, wesentlich dazu beitragen diese Versorgungslücke zu  verkleinern.

Wir haben im Jahr 2012 etwa 200 Einzelfälle von Flüchtlingen begleitet und in die psychotherapeutische Versorgung vermittelt. Die Zahlen im ersten Halbjahr 2013 sind weiter steigend. Wir sind an unseren Kapazitätsgrenzen angelangt. Während wir auf der einen Seite hoffen mit Hilfe des Landes zukünftig ein psychosoziales Behandlungszentrum aufbauen zu können, brauchen wir auf der anderen Seite Unterstützung von Psychotherapeut/innen, die bereit sind Flüchtlinge zu behandeln und sich auf die spannende Bereicherung durch interkulturelle Erfahrung und die Arbeit mit Dolmetscher/innen einzulassen. Wir bieten (die) Unterstützung bei der Beantragung von Kostenerstattungen, Vermittlung von Dolmetscher/innen, eine interkulturelle Supervisionsgruppe und begleitende Beratung in allen flüchtlingsspezifischen Fragestellungen.

Da wir verstärkt auch Anfragen von (unbegleiteten) Minderjährigen haben, wären wir auch über die Meldung von Kinder- und Jugendpsychotherapeut/innen sehr dankbar.
Wer Interesse hat, kann sich gerne bei uns melden:
per e-mail: ntfn-ev@web.de oder Telefon: 05121/ 10 26 86 (Karin Loos)
Wir sichern zu, dass wir Ihre Kontaktdaten nicht veröffentlichen und auch nur nach Rücksprache weitergeben. Einige Informationen über unseren Verein finden Sie auf dieser website.
Die Schirmherrschaft hat die Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration Frau Cornelia Rundt übernommen.