Aktuelles

„Todesursache: Flucht – Eine unvollständige Liste“: Verteilaktion am 10. Dezember 2018 in Hannover

Samstag den 8.12.2018

2018_10_22_Flucht_Cover.inddDer NTFN e.V. beteiligt sich an der Aktion „Todesursache: Flucht – Eine unvollständige Liste“. Dabei werden am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, bundesweit Exemplare des gleichlautenden Buches verteilt. Darin enthalten ist eine Liste mit etwa 35.000 Menschen, die auf der Flucht nach und in Europa gestorben sind. Es handelt sich dabei nur um bestätigte Todesfälle – die Dunkelziffer bleibt ungewiss. Viele Verstorbene müssen ohne Namen gelistet werden.

Die Liste wird um kurze Porträts von einigen der Gestorbenen, Berichte von Überlebenden und Beiträge von prominenten Unterstützer*innen des Projekts ergänzt. Die Publikation soll die Verstorbenen “dem Vergessen entreißen, um das Ausmaß dieser Tragödie besser zu fassen zu bekommen – und der Debatte um Flucht und Tod wieder ein menschliches Antlitz geben”. Mehr dazu finden Sie unter: https://flucht.hirnkost.de/das-projekt/

Im Rahmen unserer psychosozialen / psychotherapeutischen Arbeit mit Geflüchteten führen wir nicht selten Gespräche mit Hinterbliebenen, Gespräche mit Menschen, die in der Sahara, in Libyen oder auf dem Mittelmeer anderen Menschen oder nahen Familienangehörigen nur noch beim Sterben zusehen konnten, um selbst zu überleben. Das Gedenken an die Verstorbenen und das ehrende Andenken ist ein wichtiger Baustein in einem gelingenden Trauerprozess.

Am 10. Dezember verteilt daher der NTFN e.V. (zusammen mit Amnesty International und Aynouna e.V.) kostenlose Exemplare des Buches auf dem “6. Hannöverschen Forum zum Tag der Menschenrechte”. Dieser findet von 19:00 bis 21:00 Uhr im Haus der Religionen (Böhmerstr. 8, 30173 Hannover) statt. Neben Oberbürgermeister Stefan Schostok wird auch der Geschäftsführer von PRO ASYL, Günter Burkhardt, bei der Veranstaltung sprechen. Eintritt ist frei, Spenden erbeten. Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter: https://www.haus-der-religionen.de/de/veranstaltungen/6-hannoeversches-forum-zum-tag-der-menschenrechte

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!


Praxisleitfaden “Traumasensibler und empowernder Umgang mit Geflüchteten”

Samstag den 24.11.2018

Die BAfF hat einen Leitfaden zum traumasensiblen und empowernden Umgang mit Geflüchteten veröffentlicht, “der nicht nur für die Gewaltschutzkoordination bei der Umsetzung der Mindeststandards in den Unterkünften hilfreich ist, sondern auch für andere ehren- oder hauptamtlich arbeitende Personen Informationen und Handlungsvorschläge zu den Bereichen Trauma und Flucht bietet”, so die BAfF.

Genaueres finden Sie hier:


Kommentar des NTFN e.V. zu den Ergebnissen der AOK-Studie über traumatisierte Geflüchtete

Donnerstag den 1.11.2018

Eine aktuelle Studie der AOK zeigt: Rund drei Viertel der in Deutschland lebenden Geflüchteten haben Gewalterfahrung gemacht. Etwa 34% haben die Verschleppung oder Ermordung von Angehörigen zu verkraften, jeder Fünfte wurde gefoltert. Viele wurden Zeugen von Ermordungen und Misshandlung, mehr als sechs Prozent war sexueller Gewalt ausgesetzt. Viele der Betroffenen sind mehrfach traumatisiert.

Die Ergebnisse der AOK-Studie decken sich mit den Erfahrungen, die wir im Behandlungsalltag in unseren psychosozialen Zentren tagtäglich machen. Wir sehen uns durch die Studie in der Notwendigkeit unserer Arbeit bestätigt.

An der Befragung des Wissenschaftlichen Dienstes der AOK haben über 2.000 Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und dem Irak teilgenommen. Damit wurden eben jene Herkunftsgruppen abgebildet, die seit 2016 nicht nur den Hauptanteil in Deutschland, sondern auch in unseren Behandlungszimmern ausmachen. Die erschreckenden Erlebnisse, die diese Menschen machen mussten, bleiben nicht ohne Folgen: etwa 44% zeigen Anzeichen einer depressiven Erkrankung. Aus diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen ergibt sich für eine solidarische Gesellschaft die Pflicht, zu handeln.

Daher freuen wir uns, dass mit Mitteln des Landes Niedersachsen im vergangenen Jahr sieben weitere NTFN-Standorte ausgebaut werden konnten. Es wurden Mittel für Dolmetscherkosten bereitgestellt, und auch hinsichtlich der psychiatrischen Versorgung sind wir einen Schritt weiter gekommen: Im Rahmen des Kooperationsprojekts refuKey (durchgeführt mit der DGPPN) helfen wir einzelnen psychiatrischen Kliniken dabei, Geflüchteten einen reibungsloseren Aufenthalt in der psychiatrische Regelversorgung zu ermöglichen und diese gleichzeitig besser an psychosoziale Angebote anzubinden. Diese Unterstützung durch die Landesregierung ist erfreulich, und insbesondere mit Hinblick auf andere Bundesländer nicht selbstverständlich. Eine langfristige Finanzierungssicherheit würde für Behandelnde wie Betroffene jedoch zusätzliche Versorgungssicherheit schaffen.

Aus unserer Sicht sind es aber auch die Krankenkassen, die durch Finanzierung geeigneter Therapeut*innen im Kostenerstattungsverfahren Probleme lösen könnten. Hinzu kommen Auseinandersetzungen hinsichtlich der Dolmetschendenkosten, welche von den Krankenkassen generell nicht übernommen werden. Hier sollten gesetzliche Vorgaben eine transparente und eindeutige Rechtslage zugunsten der Betroffenen schaffen, die sonst ohne Sprachmittlung notwendige Leistungen nicht in Anspruch nehmen können.

Wir stimmen überdies mit dem Studienfazit überein, dass ein Mangel professioneller Hilfe in den kommenden Jahren zu nachhaltigen, gesamtgesellschaftlichen Problemen führen kann: ein solcher Mangel würde Integrationsleistungen erschweren, teilweise unmöglich machen und den Betroffenen, wie auch deren Kindern und Kindeskindern (“Sekundärtraumatisierung”) schaden.

(Die vollständige zwanzigseitige Studie finden Sie unter: https://gg-digital.de/imperia/md/gug/beilagen/wido_monitor_0118.pdf)


240.000 Menschen auf der #unteilbar-Demo in Berlin – und der NTFN e.V. mittendrin

Donnerstag den 1.11.2018

Etwa 240.000 Menschen hat das Bündnis zusammengebracht, das am 13. Oktober unter dem #unteilbar für eine solidarische, offene und freie Gesellschaft demonstriert hat. Damit zählt #unteilbar zu den größten Demonstrationen seit der Nachkriegszeit in Deutschland – deutlich mehr Menschen waren zusammengekommen, als von den VeranstalterInnen erwartet.

Mit einem Bus aus Hannover kamen auch etwa 40 MitarbeiterInnen und UnterstützerInnen des NTFN e.V. angereist. Mit einer Altersspanne von 20 bis 82 Jahren, Wurzeln in über 8 Ländern und einem gemeinsamen Ziel verkörperten wir bereits selbst das Motto des Tages. Bei strahlendem Sonnenschein ging es vom Alexanderplatz bis zur Abschlusskundgebung an der Siegessäule. Viele der zahlreichen Banner und Plakate hatte unsere Freizeit-Gruppe im PSZ Hannover entworfen.

Wir sind froh, dass so viele Menschen ein klares Zeichen gegen den anhaltenden rassistischen Aufwind im Land gesetzt haben – aber auch, dass von den Teilnehmenden viele weitere soziale Fragen unserer Zeit aufgeworfen wurden. Wir fühlen uns ermutigt und bestärkt!

Impressionen von der Demo:


Abgeordnete der CDU-Landtagsfraktion zu Besuch im NTFN

Freitag den 26.10.2018

Abgeordnete der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion haben uns im PSZ Hannover besucht und sich dabei über die Arbeit des NTFN e.V. informiert. Zu einem Rundgang mit anschließendem Gespräch durften wir eine Vertretung des Arbeitskreises Soziales, Gesundheit und Gleichstellung begrüßen, darunter Volker Meyer MdL (Vorsitzender des Arbeitskreises), Petra Joumaah MdL (Mitglied des Arbeitskreises) sowie Frank Richter (Referent für Soziales. Gesundheit und Gleichstellung). Gemeinsam haben wir uns über die Lage traumatisierter Geflüchteter im Bundesland sowie über bevorstehende Aufgaben ausgetauscht.

v.l.n.r.: Volker Meyer MdL, Karin Loos (Geschäftsführerin des NTFN e.V.), Petra Joumaah MdL, Frauke Baller (Therapeutische Leiterin, PSZ Hannover), Frank Richter, Susanne Schröder (NTFN-Vorstand)

v.l.n.r.: Volker Meyer MdL, Karin Loos (Geschäftsführerin des NTFN e.V.), Petra Joumaah MdL, Frauke Baller (Therapeutische Leiterin, PSZ Hannover), Frank Richter, Susanne Schröder (NTFN-Vorstand)

 

Kurzer Besuch bei Sohila Abtehi

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Frauke Baller präsentiert ihren Therapieraum

Frauke Baller präsentiert ihren Therapieraum


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